Die ab dem 01.10.2021 laufende Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen, zeigt die Schönheit und zugleich die Fragilität unserer Erde. Die Ausstellung wurde nun zum dritten Mal verlängert und läuft aktuell bis zum 26.11.2023.

Bereits nach 10 Tagen belaufen sich die Besucherzahlen auf 15.000 und nach vier Monaten auf 250.000 BesucherInnen.

 

Ein Besuch in dieser Ausstellung führt einen durch die atemberaubenden Wasser-, Wald- und Wüstenwelten unseres Planeten. Jedoch wird jeder Mensch, welcher das Gasometer besucht nicht nur die Schönheit unserer Erde kennenlernen, sondern wird auch mit der Fragilität unseres Ökosystems konfrontiert. Die Erde wird stetig heißer, das Eis der Polarmeere schmilzt, an manchen Orten herrschen unvorstellbare Dürren und an anderen hingegen, werden ganze Städte überflutet. Und das alles geschieht, weil wir die Erde nicht so behandeln, wie sie es eigentlich verdient hätte. Viele Menschen denken, sie haben keinen Einfluss auf das, was irgendwo auf der Welt passiert, doch unser Handeln hinterlässt Spuren, zu jeder Zeit und überall auf der Welt. Doch vielen ist das gar nicht bewusst, wenn sie an einem Sonntagnachmittag einen Familienausflug in das nahegelegene Gasometer in Oberhausen machen.

2020 wurden in Deutschland im Durchschnitt 476 Kilogramm Haushaltsabfall pro Kopf produziert. In der EU werden jährlich über 200 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle produziert. Genau diese Zahlen machen Müll zu einer der größten Herausforderungen für unseren Planeten. Vor allem in den Ländern Süd- und Osteuropas, werden große Mengen davon auf offenen Deponien gelagert. Das größte Problem stellt ein Material da, welches in der Mitte des 20. Jahrhunderts seinen Höhepunkt auf dem Massenmarkt erreichte: Plastik! Zu Beginn hätte niemand damit gerechnet, dass dieses Material ganze Ökosysteme bis zum Zusammenbruch führen könnte.

 

Statistiken zufolge, befinden sich mittlerweile zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen Müll in den Meeren. Jährlich gelangen ca. 4,8 bis 12,7 weitere Tonnen Plastik  in die Meere. Dies entspricht einer LKW Ladung pro Minute. Dadurch treiben inzwischen mehrere große Plastikinseln in den Ozeanen, die den MeeresbewohnerInnen , das Leben schwierig bis unmöglich machen. Sie verwechseln Plastik mit Nahrung und verfangen sich darin, werden davon erdrückt oder ersticken an Plastikteilen.

 

Um den Kampf gegen Armut, Hunger, fehlende Bildung, Klima- und Umweltkatastrophen und auch gegen Ungleichheiten der Geschlechter zu gewinnen, haben sich zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit fast alle Staaten der Erde gemeinsamen Werten und Zielen verpflichtet, die den Weg in die Zukunft ebnen sollen.

„Mit der im Jahr 2015 verabschiedeten Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft unter dem Dach der Vereinten Nationen zu 17 globalen Zielen für eine bessere Zukunft verpflichtet.“ -Die Bundesregierung

Im Herbst 2015 wurde die 17 SDGs, von der Generalversammlung der vereinten Nationen verabschiedet. Das wichtige ist, dass alle Industrie-, Entwicklungs- und Schwellenländer gleichermaßen aufgerufen sind, Aktionspläne zu erstellen und sich Maßnahmen zu überlegen, mit welchen sich die Nachhaltigkeitsziele umsetzen lassen.

Ziele für nachhaltige Entwicklung:

  1. Keine Armut
  2. Kein Hunger
  3. Gesundheit und Wohlergehen
  4. Hochwertige Bildung
  5. Geschlechtergleichheit
  6. Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
  7. Bezahlbare und saubere Energie
  8. Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  9. Industrie, Innovation und Infrastruktur
  10. Weniger Ungleichheiten
  11. Nachhaltige Städte und Gemeinden
  12. Nachhaltige/r Konsum und Produktion
  13. Massnahmen zum Klimaschutz
  14. Leben unter Wasser
  15. Leben an Land
  16. Frieden, Gerechtigkeit, und starke Institutionen
  17. Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

 

Doch häufig wird sich gefragt, warum diese Klimaveränderungen uns so zu schaffen machen, obwohl sich das Weltklima doch regelmäßig verändert und das auch schon seit vielen Millionen Jahren.

Die Antwort ist einfach, meist nämlich verliefen Wechsel des globalen Klimazustands in Jahrtausenden oder Jahrmillionen Jahren und ließen dem Leben auf der Erde genug Zeit, sich den neuen Umweltbedingungen anzupassen. Mit Beginn der Industrialisierung und somit der vermehrten Nutzung fossiler Brennstoffe, wie Öl, Kohle und Gas, erfolgten erhebliche Veränderungen in nur rund 200 Jahren. WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen sind sich bis heute uneinig, welche Maßnahmen ergriffen werden müssen, um den Klimawandel zu stoppen, während sich Tiere und Pflanzen bereits den neuen Bedingungen anpassen. Sie suchen sich neue Lebensräume und verändern ihr Verhalten. Doch die Artenvielfalt, die unseren Planeten so einzigartig macht, steht auf dem Spiel. Nicht alle Organismen können bei diesem schnellen Tempo mithalten und somit könnten schätzungsweise die Hälfe aller Tier- und Pflanzenarten den steigenden Temperaturen zum Opfer fallen.

Kaum ein Ökosystem ist den steigenden Temperaturen gegenüber so sensibel, wie die Eiswelten der Polarregionen. Berechnungen zufolge wird die Arktis bis 2050 im Sommer weitestgehend eisfrei sein. Auch die Böden der nördlichen Polarregionen sind in besonderer Weise anfällig für die Temperaturschwankungen. Wenn die Böden auftauen, werden die darin eingefrorenen Pflanzen- und Tierreste auftauchen und die dadurch entstehenden Zersetzungsprozesse werden nach und nach Mengen an Treibhausgasen in die Atmosphäre befördern und somit den Klimawandel noch stärker beschleunigen.

 

Aber was können wir tun, um den Problemen am anderen Ende der Welt entgegenzuwirken und was haben wir genau damit zu tun, wenn am Nordpol das Eis schmilzt?

Jeder hat die Möglichkeit abgasfrei an sein Ziel zu gelangen. Wir können das Auto öfter mal stehen lassen und stattdessen mit dem Fahrrad, dem Bus oder der Bahn fahren. Somit spart jeder Mensch im Jahr rund 310 Kilogramm CO2.

Auch ein hilfreicher Tipp ist es, regional und saisonal einzukaufen. Wenn wir Lebensmittel kaufen, welche aus entfernten Ländern stammen, werden jede Menge Energie und Treibhausgase freigesetzt, bis das Essen dann letztendlich auf unserem Teller landet. Wenn Obst und Gemüse beispielsweise mit dem Schiff oder dem Flugzeug geliefert wird, ist der CO2-Ausstoß so enorm, dass wir infrage stellen sollte, ob man im Supermarkt wirklich zu der Ananas aus Costa Rica greifen will, oder doch lieber nach dem regionalen Apfel aus Deutschland.

Ebenfalls ist es von Vorteil, sich nicht alles neu anzuschaffen. In vielen Fällen können Dinge noch repariert und wiederaufbereitet werden. Egal ob Kleidung, Bücher, Möbel oder Smartphones, alle Dinge verbrauchen Ressourcen und Energie. Bevor man sich etwas Neues zulegt, sollte man sich also überlegen, ob man nicht auch, etwas Gebrauchtes kaufen kann, um Ressourcen und Energie zu sparen.

Diese und viele weitere Tipps helfen uns, den eigenen Ökologischen Fußabdruck zu minimieren und das sollte jeder von uns, so gut es geht versuchen, denn unser Handeln hat Einfluss auf die ganze Welt.

 

Der Treibhauseffekt:

Dass Gemüse und Blumen auch gedeihen können, wenn es draußen kalt ist, liegt am sogenannten „Treibhauseffekt“. Treibhäuser sind aus Glas gebaut. Das Glas lässt kurzwelligen Sonnenstrahlen in das Treibhaus eintreten, wodurch die Luft im Treibhaus erwärmt wird. Für die langwelligen Sonnenstrahlen hingegen ist das Glas undurchlässig, was dazu führt, dass es im Treibhaus warm bleibt.

Etwas Ähnliches geschieht auf der Erde. Die sogenannten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf sind von Natur aus in der Atmosphäre enthalten. Beide Gase haben den gleichen Effekt, wie das Glas eines Treibhauses. Kurzwellige Sonnenstrahlen können bis zur Erde vordringen und langwellige Sonnenstrahlen werden auf ihrem Rückweg ins All verhindert. Die Wärme staut sich und somit heizt sich die Erde auf. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt würde es auf der Erde viel kälter sein und das Leben wäre kaum möglich.

Doch es wird dann problematisch, wenn der natürliche Kohlendioxidgehalt künstlich erhöht wird. Das geschieht zum Beispiel durch das Verbrennen von Erdöl, Erdgas und Kohle, durch Auto fahren, heizen und Müll verbrennen. Bei all diesen Dingen wird Kohlendioxid ausgestoßen und der Treibhauseffekt ist nun nicht mehr nur von natürlicher Hand, sondern künstlich durch die Menschen erschaffen worden. Und die Folgen sind deutlich spürbar. In den letzten 30 Jahren hat sich die Eisdecke in den Polarregionen fast halbiert. Dadurch steigt der Meeresspiegel um einige Meter. Dies wiederum hat zur Folge, dass tiefliegende Küstenregionen überschwemmt werden. In trockenen Regionen hingegen breiten sich die Wüstenregionen immer weiter aus. Dürren sorgen dafür, dass Flüsse austrocknen und grüne Landstriche verloren gehen. Die Wasserknappheit nimmt immer weiter zu.

All diese Folgen des Klimawandels sind bereits jetzt zu sehen, doch was passiert in der Zukunft? Diese Frage kann leider niemand beantworten, weil es so viele Faktoren gibt, die das Klima beeinflussen. Aber eins ist sicher, wenn wir den Kohlendioxid Ausstoß nicht drastisch senken, werden die Temperaturen auf unserer Erde, welche es doch eigentlich zu schützen gilt, immer weiter steigen.

Und genau zu diesen Gedanken soll die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen anregen. Aber sind wir mal ehrlich, die meisten BesucherInnen haben nach einem kurzen Gespräch über die Ausstellung schon wieder vergessen, dass auch sie einen großen Teil zu der Verbesserung unseres Weltklimas beitragen könnten.

Aber, „Es ist doch nur ein Strohhalm“, dachten sieben Milliarden Menschen und verließen ohne auch nur einen weiteren Gedanken an unsere Erde zu verschwenden, die Ausstellung.

 

 

 

 

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Quellen:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/161228/umfrage/haushaltsabfaelle-je-einwohner-seit-dem-jahr-2003/#:~:text=Haushaltsabfall%20%2D%20Pro%2DKopf%2DAufkommen%20in%20Deutschland%20bis%202020&text=Im%20Jahr%202020%20produzierte%20jeder,gesammelte%20Wertstoffe%20sowie%20sonstige%20Abf%C3%A4lle.

https://www.dorstenerzeitung.de/themenseiten/das-zerbrechliche-paradies-w1740397-4000486022/

https://www.oberhausen-tourismus.de/de/aktuelles/das-zerbrechliche-paradies.php

https://www.waz.de/staedte/oberhausen/250-000-gaeste-haben-zerbrechliches-paradies-schon-bestaunt-id234597631.html

https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/welche-abfallmengen-befinden-sich-in-den-meeren#:~:text=Sch%C3%A4tzungen%20gehen%20davon%20aus%2C%20dass,10%20Millionen%20weitere%20Tonnen%20eingetragen.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/nachhaltigkeitspolitik/die-un-nachhaltigkeitsziele-1553514

Bildrechte:

Ausstellung Gasometer




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