Heimat. Ein so einfaches Wort. Ein Wort, das bei den meisten Menschen wohlige Gefühle auslöst. Herkunft, Verbundenheit, Familie, Liebe, das alles assoziiert man normalerweise mit Heimat.

Wenn ich an Heimat denke, kommen zwiespältige Gefühle auf. Das geht so weit, dass ich gar nicht weiß, ob meine Heimat diesem Begriff gerecht wird. Bin ich deshalb heimatlos? Man sollte doch meinen jede:r hat eine Heimat. Doch so leicht ist es nicht.

Als meine „Heimat“ bezeichne ich die Region, in der ich aufgewachsen bin. Dort, wo der Großteil meiner Familie, Verwandtschaft und Kindheitsfreund:innen leben. Ich bin vor einigen Jahren von dort weggezogen und seitdem habe ich jedes Mal, wenn mich jemand gefragt hat, wo ich herkomme dieses Gebiet als meine Heimat bezeichnet. Große Verbundenheit fühle ich allerdings mit dieser Gegend nicht. Ich bin dort geboren und aufgewachsen, aber sonst? Leere in meinem Herzen, wo Zugehörigkeit sein sollte.

Driving home for Christmas

Vielleicht ist dieses Bild, welches uns von Heimat in Film und Fernsehen gemalt wurde, auch so romantisiert, dass sich unsere wahren Gefühle dazu nicht richtig anfühlen. Im echten Leben ist es nun einmal so, dass da nicht nur fröhliche Gefühle sind, wenn man zu Weihachten „heimfährt“. Ich bin sicher da bin ich nicht allein, denn komplizierte Familienverhältnisse gibt es überall.

Heimat sind Menschen

Überhaupt scheinen Menschen und unsere Beziehungen mit ihnen viel mit Heimat zu tun haben. Bei der Heimat, wo man ursprünglich herkommt, ist es die Familie. Ist man deshalb heimatlos, wenn man ein schwieriges Verhältnis mit den Menschen hat, wo man herkommt? Es kann sich so anfühlen.

Das gute ist: Wenn der Kern von Heimat Menschen sind, steht einem nichts im Weg eine neue Heimat zu finden. Beispielsweise habe ich diese Zugehörigkeit bei neuen Freund:innen gefunden. Auch als ich tausende Kilometer entfernt, in einem anderen Land saß, habe ich diese Verbundenheit noch gespürt. Gleichzeitig war da aber noch ein anderes Gefühl:

Ein Gefühl, welches ich zuletzt gespürt hatte,
als ich mit 10 Jahren nicht im Zeltlager bleiben wollte.
Dieses Gefühl war Heimweh.




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