Von den Bereichen Fitness bis Gaming,  auf der Young IFA kommt durch das vielfältige Angebot jeder Besucher auf seine Kosten, der sich die Zeit nimmt, sich näher damit auseinanderzusetzen. Der Aufbau der Halle mag auf den ersten Blick schnell ausgekundschaftet sein, jedoch wird der Messe-Alltag in dieser Halle 15.2 nicht nur von dem großzügigen Gaming- und Lasertag-Bereich geprägt, sondern vielmehr von den Mottos, die für jeden Veranstaltungstag im Vorlauf festgelegt wurden.

So finden in der Veranstaltungshalle, die speziell Jugendliche ansprechen soll, Vorträge, Workshops oder andere Programmpunkte beispielsweise zu den Themen Sport, Allgemeinbildung, Ernährung oder Photographie statt. Am Samstag wurde in diesem Rahmen die neunte Berliner Cosplay-Weltmeisterschaft abgehalten. Dementsprechend bunt gestaltete sich auch die Besucherschaft an diesem Tag. Aufwendige Kostüme, meist sogar selbst hergestellt, und ausgefallenstes Make-Up schufen eine interessante Kulisse.

Träger und Organisator des Events war die Mega Manga Convention Berlin, kurz MMC. Der gemeinnützige Verein organisiert zahlreiche Workshops, engagiert professionelle Zeichner aus Japan oder stellt Bühnenshows auf die Beine, um für Menschen mit Interesse rund um Manga und Anime eine Plattform zum Austausch zu schaffen.

Die Menschen hinter dem Kostüm

Christoph und Sabine aus Regensburg waren selbst als sogenannte Cosplayer vor Ort, Christoph nahm zudem selbst erfolgreich an der Meisterschaft teil. Obwohl die beiden sich erst seit relativ kurzer Zeit intensiv in ihrer Freizeit mit der Materie befassen, besitzen die beiden sowohl schon Kostüme für die verschiedensten Charaktere aus Animes und Mangas als auch frei gestaltete Kleidungsstücke, die zum Beispiel Elfen verkörpern sollen. Angefangen habe die Leidenschaft für Cosplays bei ihm damit, sich für Halloween immer mehr für die Verkleidung zu begeistern, so Christoph. Mittlerweile “bauen” die beiden mindestens zwei Tage an einem Cosplay, je nachdem, als wie aufwendig sich der Schaffensprozess herausstellt. So kann es teilweise auch mehrere Monate dauern, bis sie mit einem Stück zufrieden sind, mitunter deshalb, weil die zwei Cosplayer einen ganz normalen Arbeitsalltag als Veranstaltungstechniker und in der Verwaltung einer Universität haben. Obwohl sie ihre Leidenschaft nur als Hobby in ihrer Freizeit ausleben können, zieht Christoph auch durchaus einen Vorteil aus seinem beruflichen Know-How, weil er selbstständig Lichteffekte oder andere technische Spielereien durch Mikroprozessoren mit in seine Kostüme integrieren kann. Im Gegensatz zu manch anderen Cosplay-Begeisterten stellen die Regensburger all ihr Equipment selbst zusammen. Für sie sei das auch sehr entscheidend, erzählt das Paar, denn vor allem die Entstehungsphase begeistert jedes Mal wieder. Natürlich gibt es auch online fertige Cosplays, die auf Wunsch bestellt werden können. Diese liegen jedoch auch preislich deutlich über den Kosten, die Christoph und Sabine durchschnittlich für ein komplettes Outfit ausgeben. Diese liegen meist bei 50 bis 100€. Der Rest sei dann ja “nur noch” Heimarbeit, meint Sabine.

 

Das kritische Duo

Nicht Teilnehmer, sondern Mitglieder der Wettbewerbs-Jury waren Stephanie und Sonja auf der diesjährigen Young IFA. Das bedeutet im Rückschluss allerdings nicht, dass die beiden nicht genauso enthusiastisch wie die Teilnehmer in selbst gestaltete Verkleidungen geworfen sind. Schon seit elf Jahren beschäftigen sich die beiden mit Cosplays und brennen seit ihren ersten Conventions für das Thema, habe man einmal damit angefangen, wäre es schier unmöglich sich diesem Hobby wieder zu entreißen, so Sonja. Stephanie ergänzt anschließend: “Es macht einfach süchtig!”

Für die Kostümierungen laufen sie zusammen stundenlang von Bastel- zu Bastelladen, wobei der Baumarkt durchaus auch eine entscheidende Rolle durch Kraftkleber und Acrylfarben spielt. Dabei treten die zwei auch immer als Paar in den gleichen oder inhaltlich verbundenen Verkleidungen des japanischen Trends auf. Durch Kontakte zur MMC sind sie schließlich auf Anfrage in der Jury mit noch einer zusätzlichen Kollegin gelandet.

 

Bewertet wird die Showeinlage, die der Meisterschafts-Teilnehmer in Form eines Tanzes, Gesangs oder Dramas gestaltet, um sich und sein Cosplay der Jury, den Zuschauern und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zudem betrachtet die Jury das Kostüm eingehend in Hinsicht auf Materialien, Orientierung am Original-Charakter und Verarbeitung im Rahmen einer detaillierten Auseinandersetzung. Die eigene Erfahrung wäre dabei außerdem ausschlaggebend, da man besser einschätzen könne, was möglich sei und wie ein Cosplay aussehen könne, erklärt Stephanie.

 

 

 

 

 

 

“Es ist zwar ein Wettbewerb und das soll auch so sein, jedoch geht es vorrangig um den Spaß an der Sache. In Konkurrenz sollte ein solcher Contest nie ausarten.”